Fachwort-Lexikon

Schlingnatter (Coronella austriaca)

Ungiftige Schlange (mehr zur Schlangenbeschreibung findest Du im Lexikon unter S)


Schlingnatter (Coronella austriaca)
Schlingnatter leitet sich von dem Verhalten ab, Beutetiere blitzschnell zu umschlingen. Der weitere Name Glattnatter nimmt Bezug auf die ungekielten Schuppen.

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Die Schlingnatter gehört wohl zu den unbekanntesten einheimischen Wirbeltieren, obwohl sie weit verbreitet und gar nicht so selten ist
Sie besiedelt meist trockene, oft steinige Lebensräume. Z.B. brüchige Felsen, Geröllhalden, Steinbrüche und besonders gerne Mauern. In den nördlichen Verbreitungsgebieten findet man sie auch in sandigen Heidegebieten.
Die Grundfarbe ist grau.

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Es handelt sich um zierliche, schlanke Schlangen. Sie erreichen eine Körperlänge von etwa 60 bis 75 cm, gelegentlich 80 cm. Es wurden aber auch in Einzelfällen Exemplare von rund 90 cm Gesamtlänge beobachtet. Der Größenunterschied zwischen den Geschlechtern ist nicht signifikant.
Sie lebt eher versteckt. Zur Winterruhe suchen sie Kleinsäuger-Erdhöhlen auf. Im Mai kommt es zu den meisten Paarungen und zur ersten Häutung. Sie sind, je nach äußeren Temperaturen am Morgen bzw. Vormittag und am Abend (Sommer und Hitze) oder am Mittag (Frühjahr und Herbst) aktiv. Zur Thermoregulation setzen sie sich der Sonnenstrahlung aus. Nachts, bei Hitze oder kühlem, regnerischem Wetter ziehen sie sich lieber an ihre Ruheplätze zurück.
Dieses Exemplar steht kurz vor der Häutung, was man an den milchigen Augen gut erkennen kann.

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Ihre Nahrung besteht aus Eidechsen, Blindschleichen und anderen kleinen Schlangen. Umstritten ist, ob sie auch Jungmäuse in den Mäusebauten frisst.
Besonderheit: das Weibchen bringt lebende Junge zur Welt. Dabei platzt die Eihaut, im Mutterleib während des Geburtvorgangs auf (Ovoviviparie). Der Embryo ernährt sich vom eigenen Eidotter und wird vom Mutterorganismus nur mit Sauerstoff versorgt.
Die Tragzeit beträgt durchschnittlich vier bis fünf Monate. Zwischen Mitte August und Ende September werden die Jungen geboren.
Zu ihren Fressfeinden zählen u.a. der Iltis, Steinmarder, Igel und diverse Greifvögel. Die Jungtiere sind aber auch Beute für Rabenvögel.
Die Schlingnatter steht in vielen Ländern streng unter Naturschutz, sie darf weder gefangen oder gar getötet werden.
Hier die Teile der Haut einer Schlingnatter:

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Schlangen bemerken den Menschen meist eher als der Mensch die Schlangen.
Entweder verbergen sie sich durch Tarnung, regloses verharren oder schnelle Flucht.
Wer einen naturnahen Garten bewirtschaftet, kann jedoch das Glück haben, daß sich dort Schlangen aufhalten.